Meine Gedanken zu Kamera-Drohnen

Unter dem Begriff „Drohnen“ versteht man, wenn man nicht gerade Bienenzüchter ist, unbemannte Fluggeräte. Lange bevor diese kleinen, surrenden Dinger für den Privatgebrauch aufkamen, wurden Drohnen zu Überwachungs- und Spionagezwecke von Polizei und Armee eingesetzt. Manchmal sogar mit Bewaffnung.

Heute kann sich jede und jeder für verhältnismässig wenig Geld einen ferngesteuerten Multikopter kaufen, der eine perfekt ausbalancierte Kamera mitführt und atemberaubende Bilder schiesst. Und ganz ehrlich: Ich als Fotograf finde das spitzenmässig. Denn damit kann ich Bilder machen, die ich sonst niemals oder nur mit tausenden oder zehntausenden von Franken realisieren könnte.

Warum ist das Geschrei in Politik und Medien dann so gross? Warum kommt ein Land wie Schweden so weit, dass es Kopter mit Kamera grundsätzlich verbieten will? Weil es unter den tausenden Menschen, die sich einen solchen Kopter kaufen, leider ganz, ganz viele Idioten gibt.

Ein Idiot ist einer, der Gesetze nicht einhält. Punkt. Würden alle Drohnenpiloten die gesetzlichen Richtlinien einhalten, gäbe es nur noch einen Bruchteil der Reklamationen und Presseberichte. Warum? Weil im Gesetz ziemlich klar geregelt ist, wo ich nahezu uneingeschränkt fliegen darf und wo eben nicht.

Meine eigenen Erfahrungen zeigen, dass die meisten Passanten eher neugierig und fasziniert stehen bleiben und mit einem Lächeln zusehen, als dass sie lautstark ausrufen und kopfschüttelnd motzen. Vorausgesetzt natürlich, man fliegt ihnen nicht gerade über Haus und Garten oder in nächster Nähe daran vorbei (was übrigens eben verboten ist, es sei denn es liegt eine Bewilligung der Betroffenen vor).

Abgesehen vom Respekt vor der Privatsphäre und dem Privateigentum gilt es, die verbotenen oder mit Restriktionen versehenen Zonen zu beachten. Eine entsprechende Übersicht, die ziemlich aktuell gehalten wird (aber natürlich ohne Gewähr), findet sich hier.

Wer sich diese Karte anschaut, stellt fest, dass es zwar viele Zonen gibt, die als verbotene Flugzone gelten oder mit Einschränkungen versehen sind, gleichzeitig aber auch viele Flecken, in denen ein Fliegen mit Modellen grundsätzlich gestattet ist.

Und aus eigener Erfahrung weiss ich, dass selbst in roten Zonen ein Fliegen möglich ist. Man muss „nur“ vorgängig eine Bewilligung einholen. Klar, rund um den Flughafen Zürich dürfte das kaum möglich sein, bei kleineren Flugplätzen aber durchaus ohne grossen Aufwand. Das braucht zwar einen gewissen Vorlauf und eine Einschränkung auf die bewilligte Zeit und Zone, aber für spontanes Fliegen gibt’s wie gesagt genügend Möglichkeiten fernab von Siedlungen und Flugplätzen.

Aber auch dort sollte es meines Erachtens selbstverständlich sein, dass man nicht unmittelbar vor oder gar über Häuser fliegt. Und wenn auf der gewünschten Wiese oder dem idealen Hügel grad mehrere Spaziergänger sind, verzichtet man halt notfalls und kommt an einem anderen Tag wieder. Und wenn an der Traumlocation ein Grundstück mit Gebäude steht, dann ist es ja auch denkbar, um Erlaubnis zu fragen, hier zu fliegen. Wenn man erklärt, was man möchte und vielleicht als Dankeschön eine Luftaufnahme des Hauses offeriert, sagen viele ja. Wenn nicht: Es gibt genügend andere schöne Orte.

Mein Hobby sind die Fotografie und der Modellflug. Ein Multikopter mit montierter Kamera ist die perfekte Kombination dieser zwei Hobbies. Und ich wünsche mir, dass ich das so noch jahrelang einigermassen frei ausüben kann. Dafür braucht es gegenseitigen Respekt und Wertschätzung, von den Passanten ebenso, allem voran aber von den Piloten.

Es leuchtet mir ein, dass es Menschen gibt, die sich daran stören, dass ein surrendes Ding über dem Wald fliegt, in dem sie spazieren. Aber wenn alle Menschen auf das verzichten, was vielleicht irgendjemanden stört, dann dürfen wir bald nichts mehr. Ich störe mich auch daran, dass mir Reiter zu dritt nebeneinander begegnen, wenn ich mit dem Bike unterwegs bin, und ihre Pferde einfach so überall hinkacken. Ich störe mich auch an Hundehaltern, die ihre Hunde nicht an der Leine haben. Wie gesagt: Gegenseitige Rücksicht und Toleranz ist angebracht, so lange um uns noch andere Menschen mit anderen Hobbies und Interessen leben.

2 Kommentare auf “Meine Gedanken zu Kamera-Drohnen

    1. Es gibt leider genügend Deppen, die meine Meinung nicht teilen. So kommt der Gesetzgeber immer meinen Unterschriftsaktionen mit Regeln und Gesetzen zuvor.

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